mein Zwergenleben

 

Es war einmal….

vor vielen hundert Jahren, als ich in einer „Keischn“ im Pinzgau „auf die Welt“ gekommen war. Am liebsten hätte mich meine Mutter nicht geboren, war sie doch eine Magd und der Vater, na wer konnte es schon sein?. Viel Auswahl war nicht gegeben, kamen doch nur wenige „Mannaleit“ vorbei. Entsetzen war ihr ins Gesicht geschrieben, als sie mein Gesicht einige Stunden nach der Geburt betrachtete. „Was für eine Nase, ein Pfosten mitten im Gesicht, soll sie gesagt haben, meine Mutter.

Ich war nicht lange bei ihr, mit elf Jahren musste ich runter vom Berg. Wir hatten nicht genug zu essen, der Winter war zu lang und zu kalt, es reichte „hinten und vorne“ nicht. Glücklicherweise gab es den Halterbauern im Tal, einen wohlhabenden Milchbauern, der mich aufnahm. In Kost mit Quartier in der Bodenkammer. Er war ein gläubiger Mann und der Aberglaube hatte keinen Platz in seinem Haus. Ob es die schwarze Katze oder Freitag, der 13. war, „Weibaratscharei“ meinte er und so bekam ich als Kleingewachsener einen Platz bei ihm. Der Hunger war nicht ganz gebannt, konnte ich doch bei Tisch die Schüssel nicht immer erreichen. Zu kurz waren die Arme und zu lang der Weg des Löffels zur Milchsuppn.

Irgendwie muss es sich rumgesprochen haben, eines Tages tauchten die Soldaten der Burghauptmannschaft auf. „Mitkommen“, ich musste auf das Pferd des Adjudanten klettern, was die Neugierigen zum Lachen brachte. Wir hatten uns gerade zum Heuen fertig gemacht, es war der heiße Sommer 1715.

Was wollten die von mir? Fragen getraute ich mich nicht und voerst war ich beschäftigt, mich am Pferd zu halten. Als wir in Salzburg ankamen, drei Tagesritte entfernt, konnte ich kaum stehen geschweige einen Schritt gehen. „Waschen und anziehen“, rief der Hauptmann einer Magd zu. Zwei Stunden später wurde ich am Hof vorgeführt, der Erzbischof hatte im ganzen Land nach Zwergen für seinen Hof Ausschau gehalten.

 

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