auf den Spuren von Georg Trakl (4)
An so einem Tag schickt man keinen Hund vor die Tür. Daher wird es nur ein nachvollzogener virtueller Spaziergang, so kurz, dass man wahrscheinlich auch ohne Schirm nicht nass werden würde. Nun stellt sich die Frage, ob wir von der Christuskirche mit dem Auto fahren oder zu Fuss an der Salzach entlang gehen, den Blick wiederum auf die grau verhangene Altstadt richtend. Eine kluge Entscheidung, denn der Brunnen am Eingang der Linzergasse ist ansprechend. Das Wasser strahlt in verschiedenen Farben aus dem Boden und bildet eine Barriere zum Strassenlärm. Die kurze Überlegung durch den Brunnen zu gehen, eine Versuchung, die einem automatisch beim Betrachten befällt, wird hintangestellt. Trakl wartet an der Fassade der Apotheke in der Linzer Gasse.
(Georg Trakl)
Im Dunkel von Georg Trakl Es schweigt die Seele den blauen Frühling. unter feuchtem Abendgezweig. Sank in Schauern die Stirne den Liebenden. Oh das grünend Kreuz. In dunklem Gespräch erkannten sich Mann und Weib. An kahler Mauer. Wandelt mit seinen Gestirnen der Einsame. Über die mondbeglänzten Wege des Walds' sank die Wildnis vergessener Jagden; Blick der Bläue aus verfallenen Felsen bricht.

Januar 3, 2011 um 1:38 nachmittags
[...] auf den Spuren von Georg Trakl (4) July 2008 [...]