Die gotische Schönheit der Franziskanerkirche, inmitten barocker Vielfalt eröffnet sich über den Dächern der Altstadt.

Das Bild wurde auf dem Mönchsberg aufgenommen. Dreht man sich um, erscheint das Gedicht auf dem Mönchsberg. Die Bank ist immer von Pärchen besetzt, es ist auch gar nicht gemütlich hier oben, zu kalt und zu feucht. Der Blick auf die ORF Übertragungswägen lässt ahnen, dass die Festspieleröffnung nicht mehr weit weg ist.

Wo im Schatten verfallener Ulmen der verfallene Pfad hinabsinkt.
Ferne den Hütten von Laub, schlafenden Hirten.
Immer folgt dem Wandrer dunkle Gestalt der Kühle
Über knöchernen Steg die hyazinthene Stimme des Knaben,
leise sagend die vergessene Legende des Wald
sanfter ein krankes nun die wilde Klage des Bruders.
Also rührt ein spärliches Grün das Knie des Fremdlings,
das versteinerte Haupt, näher rauscht der blaue Quell die Klage der Frauen
(Georg Trakl)
Diesen ungastlichen Platz zu verlassen, kostet keine Mühe, die Clemens Holzmeisterstiege aus Stein gehauen führt mich wieder in die Altstadt. Quer durch das Kloster St. Peter, hinein in den Friedhof, der dem Sommer entsprechend, überquillt von fotografierenden Touristen.
„Das ist doch die Familie von dem Societypaar, nicht wahr!“ fragt die deutsche Touristin ihren Mann. „Wo, auf dem Grabstein!“ Na, die Familie von der Swarovski und dem Gassner, der hieß doch Gassner, oder?“ meinte sie und verlor sich in der Menge.
Bevor ich zu Trakls Gedicht „Im Petersfriedhof“ komme, schaue ich kurz in die Katakomben. Der Eingang zeigt den Totentanz auf Schautafeln in allen Graustufen. Der Ort zeigt sich heute kühl und abweisend.

Die Katakomben erscheinen an die Wand geklebt, unwirklich, wie geschaffen für eine Filmkulisse. Sie sind echt, wie vieles in Salzburg.