Verwunschen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Literatur, Worte-Woerter-Wortgebilde am Mai 1, 2009 von Marina`s Woertaworld

Verwunschen,
der Illusion beraubt,
gewollt und gewünscht,
hinter Mauern verborgen.

schloss 1

Gefunden,
der Suche enthoben,
verbotener Schatz gehoben
hinter erstaunten Blicken.
Sich versichern,
der wichtigen Rolle
unbewusst dienen.
Sich verbergen
vor hohlen Blicken
das Denken versteckend.
Sich wagen,
anders zu handeln,
unaufgefordert ungenormt anders
geworden.

copyright: Marina de Bon

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben von Eckart von Hirschhausen

Veröffentlicht in Gelesen und kommentiert, Literatur mit Tags , , am April 5, 2009 von Marina`s Woertaworld

Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste!

Vom Untergang des Buchwerts zum Aufstieg der Meistverkauften. Klingt ausgezeichnet und wäre bei einem Auto oder einem Konsumgegenstand ein echtes Qualitätsmerkmal. Bei Büchern, die das Siegel „meistverkauftes Buch“ aufweisen, bin ich ein wenig vorsichtig. Das Buch war über lange Zeit kein Gegenstand des banalen Konsums, es war zur Wiederverwertung gedacht. Ein Buch wurde sorgfältig behandelt, schön aufbewahrt, wiedergelesen und meist nur in dafür gesondert angelegten Räumen mit ausgebildetem Personal verliehen. Ein kostbarer Wertgegenstand also, der rein zufällig in den vergangenen Jahren im Supermarkt als „Sonderangebotsware“ gelandet war. Nun habe ich so ein „meistverkauftes Produkt“ vom Regal erworben und gelesen.

Der Einstieg in „Die Leber wächst mit der Aufgabe“ ist bewusst reisserisch gewählt, das unterstützende Marketing ebenfalls. „Ohne Vorwort von Harald Schmidt“, schade, eine seiner spöttischen bis nahezu zynischen Bemerkungen hätte sicherlich besser als das leere Nichtvorwort gepasst. Dann begann ich zu lesen. Nach und nach, eine kleine Geschichte nach der anderen, die Fotozellen auf öffentlichen Toiletten und Klöster als Orte des echten Anti-agings für Männer. Als ich bei der Behauptung angelangt war, dass Schlafen der eigentlich ideale Zustand des Menschen sei, in dem man befinden sollte und Aufstehen nur die lästige Unterbrechung zur Nahrungssuche darstelle, hatte er mein Interesse geweckt. Dr. med. Eckart von Hirschhausen steht auf dem Deckblatt und „Trust me“ „I am a doctor“. Diese beiden Aussagen führen zum Kabarettisten und Gründer der Rote Nasen Organisation, die bekannterweise Kinder im Krankenhaus zum Lachen bringen. Dafür sammelt er „unermüdlich Spendengelder“ steht weiter im Einband. Die grüne Farbe widerspiegelt den grellen Charakter der Erzählungen, den kleinen Wahnsinn des Alltags. In „Die Leber wächst mit der Aufgabe“ werden zahlreiche Paradoxien und menschlich Absurdes beschrieben. Ich wurde überzeugt und lese die restlichen Erzählungen zu Ärzten und Alternativmedizin. All die kleinen Geschichtchen nacherzählen zu wollen, ist schwierig bis unmöglich, da müsste ich das Buch abschreiben. Wohl auch ein Grund warum es auf Platz 1 der Best Seller Liste vom Spiegel ist. Amazon bietet 93 neue Bücher ab EUR 6,50 und 33 gebrauchte Werke ab EUR 5,49 an. Ob dies wohl ein Hinweis ist, dass meistverkauft nicht immer meistgelesen ist? Schade, ich hätte 4 € gespart und ein neues, kein neuwertiges Buch bekommen. Neuer Bücher, deren Seiten sich langsamer öffnen und dessen Buchstaben frischer wirken. Sage und schreibe zu einem Spottpreis, das spottet dem Wert jeden Buches als der Buchdruck erfunden wurde.

Das Buch wird immer häufiger zur schicken Ergänzung des Publicity anderer Aktionen. Einer geht den Jakobsweg und schreibt darüber, eine andere schreibt über Feuchtgebiete und viele über all das, was sie täglich tun. Richtig schwierig ist nur die Auswahl geworden, zu lesen, was einem interessiert und nicht das Angebot.

Die Vielfalt enthält wahrscheinlich eben so viel Qualität wie vor 50 Jahren, sie ist nur schwerer zu finden. Bestsellerliste bedeutet eben nur, auf Platz 1 bei google zu landen, in möglichst vielen Talk shows genannt zu werden und ein entsprechendes Rahmenprogramm zu haben. Das es deshalb nicht gelesen werden sollte, halte ich für ein schlechtes Gerücht. Dieser Eintrag war geschrieben und gespeichert als ich das mailprogramm öffnete. Amazon schickt mir die Bestleserliste Österreichs unter der Bezeichnung „Was Österreich liest!“ Na, was wohl? Eckart von Hirschhausens Buch über das Glück, das selten allein kommt, liegt derzeit an erster Stelle, welch ein Zufall.

In der Stille

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Literatur mit Tags , , , am April 3, 2009 von Marina`s Woertaworld

„Früher brachte der Lärm die Menschen aus der Ruhe. Heutzutage ist es die Stille.“ (Ernst Ferstl)

Katakomben im Licht

Ich liebe die Stille,
Ruhe ohne Wille,
der Lärm und die Unruh sind eins.

Ich liebe die Ruhe
das Tun ohne Eile
die Hast und das Hetzen,  nicht meins.

Wann ist die Freiheit, des zeitlosen Handelns
wenn Wirken und Wollen,
versunken in Heiterkeit?

 Wo ist die Heimat, befreit von Zerstreuung und Lärm,
wo Hasten und Hetzen,
Seelen verletzen, um jeden Preis?

Wie ist diese Stille
befreit von Sorge und Angst
unendliches Nichts, vernichteter Wille?

 copyright: Marina de Bon

Der Wächter im Garten

Veröffentlicht in Gesehen und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , am März 8, 2009 von Marina`s Woertaworld

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Du hütest den Garten,

du seltsames Wesen,

betrachtest Besucher

beim Hasten und Warten.

 

 

Bist klein und wichtig,

im Winter und Sommer,

im Herbst und im Frühling

bewachst du, ganz richtig.

 

Am Weg den sie gehen,

die Alten und Jungen,

berühren dich manche

und bleiben stehen.

 

Betrachten die Spiele,

beäugen das Schloss,

bewundern die Teiche,

der Menschen, so viele.

 

Du Wächter im Garten,

erkennst die Gestalten,

betrachtest Gesichter

beim endlosen Warten.

 

Gibst keinen Laut,

und keine Bewegung,

bist stumm du, im Garten

ein Hund nur, der schaut.

 

copyright: Marina de Bon

 

Frei atmen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , am März 7, 2009 von Marina`s Woertaworld

Wenn du mich lenkst, mein Licht
sehe ich alles,
Wenn du mich führst, mein Weg
finde ich alles,
Wenn du mich begleitest, mein Herz
fühle ich alles,
was mir fehlte, im Hier und Jetzt.

Von Schatten begleitet, vom Licht nicht verwöhnt,
vom Dunkel gelenkt und dem Grauen verhöhnt.
Von Spuren verwirrt und vom Weg abgekommen,
vom Suchen des rechten Weges benommen.
die Nähe der Anderen meiden, sich trennen,
das Unrecht beim vollen Namen benennen.
Die Sorge in allen Fasern fühlen,
der Unrast im Herzen begegnen und wühlen.
Von allem belastet, wird vieles verkannt,
vom Weg abgekommen, ins Leere gerannt.
Von diesem Alltag zurück zur Fülle,
des frischen Atmens, befreit von der Hülle.

copyright: Marina de Bon

Die souveräne Leserin von Alan Bennett

Veröffentlicht in Literatur mit Tags , , am März 7, 2009 von Marina`s Woertaworld

Bennett  führt so clever wie charmant vor, was Literatur mit einem anstellen kann.“ konstatiert die Neue Zürcher Zeitung.

„Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur – wer hätte gedacht dass das zu sammenpasst?“ steht am samtroten Buchumschlag. Und wer das Buch von vorne betrachtet, wird vom Porträt der Queen überrascht. Sie lugt hinter einem Mauervorsprung in das Rot der Buchhülle. Als ob sie Interessierte prüfte, ob sie der Literatur wegen in die Welt von Bennett einträten.

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Der Inhalt von 95 Viertelseiten ist rasch erzählt. Die Queen beginnt sich für Literatur zu interessieren. Sie liest bei allen Gelegenheiten, was an sich kein Problem darstellen würde, da sie weiterhin diszipliniert die Rolle der Monarchin erfüllt. Was jedoch für das Hofprotokoll wesentlich herausfordernder ist, dass sie bei Festessen ihre Besucher fragt: „Was haben sie zuletzt gelesen“. Eine an und für sich einfach Frage, die mit einem Titel zu beantworten wäre, hätte man gelesen und könnte sich daran erinnern. Mit Taktgefühl weicht sie aus und erzählt von jenem Buch, das sie im Moment beschäftigt.

In den vorangegangenen 50 Jahren der Regentschaft hatte sie des öfteren, absichtlich kleine Missgeschicke zugegeben, eben jene menschlich kleinen Fehler, die auch eine Queen zum „normalen Volk“ zugehörig machen. Es bewirkte eine Entspannung der Gespräche, wobei sie selbstverständlich die gesonderter Position beibehielt und das Gespräch lenkte. So fragte sie zum Beispiel ihre Audienzbesucher über die Anreise mit dem PKW und konnte ausgezeichnet, jene Stausituationen benennen, die die Verkehrssituation des Besuchers belastet haben könnte. Das zeichnete sie aus, über Alltagsprobleme ihrer Untertanen Bescheid zu wissen.

Doch seit sie las, stellte sie andere, unvorhergesehene Fragen.
Sie hatte auch einen jungen Mann eingestellt, der für sie las. Er saß vor ihrer Tür und hatte den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als zu lesen, bis er gerufen wurde um über das Gelesene mit seiner Majestät zu sprechen. Nach einem Staatsbesuch in Kanada, war Norman, so hieß er, nicht mehr an seinem Platz. Norman erfuhr nie, ob ihn die Queen nicht mehr wollte oder der Privatsekretär die treibende Kraft hinter dem Angebot gewesen war, ein Studium an der Universität zu beginnen. Und die Queen fragte auch nicht, wohin Norman verschwunden war. Menschen kamen und gingen in ihrem Leben, sie wurde ja auch selten informiert, wenn jemand krank wurde.
Sir Kevin der Privatsekretär versuchte, nachdem die Gespräche über den momentanen Zustand Queen zunahmen, unterschiedliche Strategien zur Lösung der Probleme, bis ihm die Queen eines Tages auch den Schreibtisch räumen ließ. Hintergangen zu werden, war ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen.

Am achtzigsten Geburtstag, der Premier war zum Essen geladen, provozierte sie die Anwesenden mit der Frage: „Hat jemand von Ihnen Proust gelesen?“
 
Dabei möchte ich es belassen, denn das Ende dieses Auftritts ist so humorvoll wie viele der in roten Samt gehüllten Zeilen.

Alan Bennett „Die souveräne Leserin“
Eine wunderbare, vielschichtige Literatur, HP sei bedankt für das Geschenk!

Wörterfriedhof

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Lebenskultur mit Tags am März 6, 2009 von Marina`s Woertaworld

Das geschriebene Wort als Hort,
am Friedhof ruhender Gedanken,
still liegt das Wort,
kein Schwanken, keine Regung bewegt
dessen Inhalt vielleicht erregt
den Betrachter.

Die Leser der Worte,
erfinden Orte,
die niemand sah, die keiner hört,
kein Anderer Beachtung gewährt.
Die Leser der Worte erfinden Gestalten,
sie denken an ihres, betrachten,
schalten und walten im Gewühl,
der Imagination.

Die Leser der Worte,
suchen den Wert,
wo keiner war,was niemals ist,
verdreht betrachtet, beurteilt,
der Worte Sinn verwehrt.
Dem Friedhof der Sprache,
in stiller Betrachtung,
die Achtung entbehrt,
niemals Würde gewährt,
dem toten Wort.

copyright: Marina de Bon

Das Versprechen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , am Februar 27, 2009 von Marina`s Woertaworld

Das Wort ist ein Wort, der Anfang des Tages,
die Stunde ein Satz und Leben, Versprechen.
Versprechen folgt nicht; den Pfaden der Sprache,
das Wort in der Einbahn, der Satz an der Straße.
die Fülle an Worten, versprochen, ein Fehler
die Leere der Lebens ein Fehlen von Worten?

Das Leben, versprochen, ist mehr als Versprechen,
ein Ringen um Worte, die Suche nach Fehlern.
gesprochen, verkrochen, versteckt im Gewühl.
entdeckt das Verlebte einen, zwei Sätze,
stockend und zögernd, erlebt es ein Wort.
so naht das Gebrechen, das Flämmchen erlischt.

Es ist das Schweigen, das Fehlen von Worten.
nicht Leere nicht Fülle, kein Satz.
die Stille der Rückkehr zum Sein ohne Worte,
einsame Ruhe, begegnungslos rein.
Es ist der Anfang vom Ende der Straße,
entsprechend dem Tode, frei und allein.

copyright: Marina de Bon

Sein.Lassen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , am Februar 26, 2009 von Marina`s Woertaworld

Wozu? Weil es ist,
weil der Platz besetzt ist,
vom Grund des Seins.
Das banale Kleine, Winzige, Unscheinbare füllt den Raum,
wozu?

 Zum Wachsen, natürlich,
der Entwicklung, na klar,
die Begründung erfüllen,
den Grund des Seins, das Gewachsene, bedeutend Gewordene, Wichtige befüllen,

 wozu?

 Grösser werden,
an Zuwachs und Bedeutung gewinnen,
ja, gewinnen, siegen, überwinden, den Erfolg erfüllen.
Der Grund des Seins, erfolgreich sein,

 wozu?
Über sich hinauswachsen,
über sich selbst hinaus,
wohin des Wegs,
du kleines Winziges, beinahe Nichts?
Was ist der Grund des Seins,
selbst dich zurück lässt,
unerfüllt fragend,

wozu?
Was ist es?

copyright: Marina de Bon

bewölkte Traurigkeit

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Gefühle, Worte-Woerter-Wortgebilde am Februar 22, 2009 von Marina`s Woertaworld

Es hält mich fest und drückt mich nieder,
nimmt alle Kraft und lähmt die Glieder.

Kein frohes Lachen, dumpfes Rollen,
innen Trauer, außen Grollen.

Welch ein Schauspiel, reich gespiegelt,
Blitz und Donner, Schmerz versiegelt.

Dunkelheit erlöst die Trauer,
fortgeschwemmt vom Regenschauer.

Trauer und Wolken

copyright: Marina de Bon