Archiv für Gedichte

auf den Spuren von Georg Trakl (3)

Veröffentlicht in Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , am Juli 23, 2008 von Marina`s Woertaworld

Wohin führt der Weg, wenn man das Ziel nicht kennt? Zum nächsten Schritt und weil ich mich nicht entscheiden kann, nehme ich den Weg am Zwerglgarten vorbei, wobei die Tafel von Kaiser Franz Josef ins Auge fällt. Er hatte den Park der Stadt zurückgeschenkt, nachdem Sie 1815 dem Kaiserreich nach Aufgabe des Fürsterzbistums zugefallen war. Nun kann man darüber rätseln ob es nicht eigentlich sowieso dem Land gehört hätte. Aber das ist immer so, irgendwem hat immer irgendetwas gehört. Die Menschen machen zuviel Wirbel aus traditionellem Besitz.

Ich komme nach wenigen Schritten zur Evangelischen Christuskirche. Als gelernte Barockkatholikin war mir das Innere von evangelischen Kirchen anfangs sehr fremd. Mit den Jahren habe ich die Würde und Schönheit einfacher und moderner Kirchenräume schätzen gelernt.

Dieses Gedicht habe ich nicht selbst fotografiert. Unzählige Male fuhr ich daran vorbei, parkte in der Nähe, doch nie war die Zeit oder Geduld, ein Foto zu machen. Nun, die Aufnahme von Arne Mueseler  (www.arne-muesler.eu) ist viel besser als meine. meistens leicht verschwommenen Eindrücke, die über die Digitalkamera laufen.

 (Georg Trakl)

… an der Christuskirche …

auf den Spuren von Georg Trakl (2)

Veröffentlicht in Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , , am Juli 22, 2008 von Marina`s Woertaworld

Ein Brunnen singt, die Wolken stehn.
Im klaren Blau, díe weißen, zarten.
Bedächtig stille Menschen gehen
Am Abend durch den alten Garten.

(Georg Trakl)

Dieser Abschnitt beschreibt das Alter des Gartens und ist auch auf das Alter der Spaziergängerinnen bezogen. Bedächtig gehen sie, nicht mehr laut, das Laute haben sie im Laufe der Jahrzehnte eingebüsst.

Der Ahnen Marmor ist ergraut.
Ein Vogelzug streift in die Weiten.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.

(Georg Trakl)

Das ist wohl einer der Abschnitte, warum die Frau bei Trakls Geburtshaus meinte, die Tafel solle doch in Marmor gemeisselt und nicht in Metall geätzt sein. Marmor und Trakl gehöre irgendwie zusammen.

Das Laub fällt rot vom alten Baum
Und kreist herein durchs offne Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum
Und malet trübe Angstgespenster.
Ein weißer Fremdling tritt ins Haus.
Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge.
Die Magd löscht eine Lampe aus,
Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.

(Georg Trakl)

Der Weg über die mit Touristen vollgestopfte Judengasse führt zum Kunstwerk an der Staatsbrücke. Ich habe es noch nie genauer betrachtet, die metallenen Sessel sind nicht besonders anziehend und doch bleibe ich einige Minuten sitzen und betrachte „die schöne Stadt“ von dieser Seite der Staatsbrücke. Sie erscheint aufgrund der Betonpfeiler der Brücke grauer und behäbiger als es der Blick vom Makartsteg verspricht.

….aus dem Mirabellgarten…..

Nach wenigen Minuten bin ich im Eingang vom Mirabellgarten und freue mich auf die Tafel und die Bank im Sonnenlicht. Leider ist sie besetzt, ich bleibe eine Weile stehen und lausche der Akkordeonmusik im Hintergrund.

auf den Spuren von Georg Trakl

Veröffentlicht in Gefühle, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , am Juli 22, 2008 von Marina`s Woertaworld

Die schöne Stadt

Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen
Traumhaft hasten sanfte Nonnen
Unter schwüler Buchen Schweigen.

Aus den braun erhellten Kirchen
Schaun des Todes reine Bilder,
Großer Fürsten schöne Schilder.
Kronen schimmern in den Kirchen.

Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn aus Bäumen.
Knaben spielen wirr von Träumen
Abends leise dort am Brunnen.

Mädchen stehen an den Toren,
Schauen scheu ins farbige Leben.
Ihre feuchten Lippen beben
Und sie warten an den Toren.

Zitternd flattern Glockenklänge,
Marschtakt hallt und Wacherufen.
Fremde lauschen auf den Stufen.
Hoch im Blau sind Orgelklänge.

Helle Instrumente singen.
Durch der Gärten Blätterrahmen
Schwirrt das Lachen schöner Damen.
Leise junge Mütter singen.

Heimlich haucht an blumigen Fenstern
Duft von Weihrauch, Teer und Flieder.
Silbern flimmern müde Lider
Durch die Blumen an den Fenstern.

 

eine umfangreiche Sammlung mit Gedichten von Georg Trakl findet man unter:

http://www.literaturnische.de/Trakl/index-trakl.htm

Wersch Literaturnische

 (Georg Trakl)

Georg Trakls Gedichte sind Musik, Töne aus vergangenen Tagen, die Trauer, Tod und Vergänglichkeit auf einzigartige Weise wirklich machen.

 

 

 

… im Innenhof von Georg Trakls Geburtshaus …

Achtsam sein

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags am April 19, 2008 von Marina`s Woertaworld

Farbe markiert den Beginn und das Ende         Der Traum ist begraben.

Der Wirklichkeit, Raum zum Leben geben.
Der Tod kennt nicht langsam, nicht schnell.
Zeit ist kein Massstab
der Tod ist das Ende der Zeit.

Die Wachsamkeit der Achtsamkeit Platz schaffen.
Vernunft gebiert Achtung
Verstand, dem Willen den Rang ablaufen.
Das Leben erobert den Platz,
jenes Fleckcken, das gebührt.
Farben markieren Beginn und das Ende.

Unser Geheimnis

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Gefühle, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , , am April 19, 2008 von Marina`s Woertaworld

Es war ein Augenblick.

Die Sicherheit in deinen Augen.
Dein Blick.
Du hast

mich gegrüsst und bei mir eingegraben.

Früher war es da,
es, keine Beschreibung, keine Erklärung.
gefühlt, gelacht und
Tränen, die Gutes brachten.

Die unstillbare Sehnsucht,
nach deiner Macht über mich,
hat mich verlassen.

Geklebte Gedichte können Tränen fassen.
das Wort ist da,
wie die Träne auf der Wange.
Nur einmal,

dein Blick ist hier,
für immer.

copyright Marina de Bon

Der Taktierer

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Lebenskultur, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , am April 19, 2008 von Marina`s Woertaworld

Fein, du kleiner Gartenzwerg,
bist so fix
sprichst von nix.
Lockst die Mädchen gerne,
aus der Ferne.

Lerne, lerne, lerne, lerne.

Komm du Kleiner,
will nicht sagen Gnom,
nicht meiner.
Du bist mir ein ganz Gemeiner,
du ein kleiner

einer, seiner, deiner, Meiner?

Schau, du kleiner Gartenzwerg
kugelrund, verschlagenes Lachen.
Nimm dein Glas und füll den Rachen.
Trockner Mund, der ruft und klagt,
auf der Jagd nach

Tropfen, Tropfen, füllen tropfen.

Sprichst nicht viel du Gartenfaun.
hörst das Plätschern,
lauscht dem Rauschen.
Du bist einer,
der nicht plaudert, immer zaudert.

Gartenzwerg, so riech den Garten,
doch was macht er?

Plustert auf, sich, wie ein Pfau.
Markenschwindel überschlau.
steht im Garten Mirabell.
spricht nicht viel
und denkt zu schnell.

copyright Marina de Bon