Archiv für leben

Sein.Lassen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , am Februar 26, 2009 von Marina`s Woertaworld

Wozu? Weil es ist,
weil der Platz besetzt ist,
vom Grund des Seins.
Das banale Kleine, Winzige, Unscheinbare füllt den Raum,
wozu?

 Zum Wachsen, natürlich,
der Entwicklung, na klar,
die Begründung erfüllen,
den Grund des Seins, das Gewachsene, bedeutend Gewordene, Wichtige befüllen,

 wozu?

 Grösser werden,
an Zuwachs und Bedeutung gewinnen,
ja, gewinnen, siegen, überwinden, den Erfolg erfüllen.
Der Grund des Seins, erfolgreich sein,

 wozu?
Über sich hinauswachsen,
über sich selbst hinaus,
wohin des Wegs,
du kleines Winziges, beinahe Nichts?
Was ist der Grund des Seins,
selbst dich zurück lässt,
unerfüllt fragend,

wozu?
Was ist es?

copyright: Marina de Bon

Infernales Trio

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , , am Februar 21, 2009 von Marina`s Woertaworld

Im Verborgenen lauert der Spott
die Worte kleben am Hals,
und stecken fest.
Ironie steht am Strassenrand und
winkt, lächelt und vollendet den Rest.

Hohn weckt versteckt
ein Ja, Jawohl, der Zögernden.
Nachsagen statt Widerstand,
Erbärmlichkeit statt Erbarmen,
Jasagen im Unterwerfungsland.

Zynismus ist der Kopf des Trios,
elegant verkleidet, verborgen im Mitleid.
unkenntlich verwirrend, benutzt und verdorben
gibt er der Geschichte das nötige Bild
weise lächelt der Spott, zart und mild.

Er hat es begonnen,
das höllische Tun,
mit Hohn verfeinert
und zynisch zerkleinert,
unser Mitleid zerronnen.
mit Alten, mit Kranken, mit  kranken Alten.

copyright: Marina de Bon

Gibst du mir?

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Gefühle, Gehört und kommentiert, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , am Februar 14, 2009 von Marina`s Woertaworld

Gibst du mir ein Stück von Dir?
Einen Blick, den Augenblick.
Gibst du mir ein Wort von Dir,
diesen Satz, du weisst ihn schon.
Gibst du mir ein Lied von Dir,
das Lustige, sing doch, sei nicht so.
Gibst du mir eín Gefühl von Dir?

copyright Marina de Bon

Ich und Du

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , , , am Februar 13, 2009 von Marina`s Woertaworld

Worte, Worte nichts als Worte,
denke, dachte, Worte horte.
schreibe, schrieb und dachte Texte
bis das Wort beinah verhexte.
machte, dachte, lachte, schrieb
nur ein Wort, das übrig blieb.
Es war DU, das Wort war DU
eine Silbe, D und U
das ist genug, gib endlich Ruh!

Nein, nein nein, nun fällt mir ein,
noch ein Wort berührte mich
es ist ich, man wundert sich?
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist du, wer ich genannt?
Keine Frage, es ist klar
Worte, Worte, Jahr um Jahr
denk mir doch, was wäre wenn,
das Wörtchen „Wir“ die Antwort denn?

copyright: Marina de Bon

im Eis verborgen

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Gefühle, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , , , am Februar 10, 2009 von Marina`s Woertaworld

eis21

Bist du im Eis, allein,
bewegungslos verborgen?
Versperrt die kalte Grenze,
dir die Sicht auf neue Bilder?

 

eis3

Bist du das Bild, verzerrt,
im blanken Hang verwoben?
Verhindert eisig Wand,
den Tritt auf neuem Boden?

 

 

Bist du der Baum, geduldig,
blickt auf diese Pracht?
wärmend Wind im Ast,
dir flüstert: „Warte, warte, wenig Tage!

Bist du die Brise, unbeständig
wehend auf dem eisig Grund?
Schmelzend, tropfend jammernd, ächzend.
dir der Bach nun ruft entgegen: „Neu und alt ist mein!“

 copyright: Marina de Bon

ein Schlückchen Glühwein …

Veröffentlicht in Gesehen und geschrieben, Lebenskultur mit Tags , , , am Dezember 21, 2008 von Marina`s Woertaworld

Ein Schlückchen Glühwein,
zwei Früchtespiess
wahrlich, es ist nur das Wetter mies.

Zwei Schlückchen Glühwein,
und Zuckerwaffel
Becher um Becher, gestapelt in Staffel.

Ein Schlückchen Glühwein,
Krippe im Landhaus
 dem Eise verschafft die Wärme den Garaus.

Zwei Schlückchen Glühwein,
Kasperl zur Weihnacht,
die Kinder, die Großen, alles gibt acht.

Ein Schlückchen Glühwein,
zwei Schritte tun.
die Knie gerostet vom langen Ruh`n.

Zwei Schlückchen Glühwein,
an Märkten vorbei,
modern, alternativ, der Pracht allerlei.

Ein Glühwein,
kein Most, die Beeren noch warm.
Adventmarkt in Graz, der Ideen nicht arm.

krippe-in-eis

Text und Bild: copyright Marina de Bon

Das Weihnachtsgeheimnis

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Gefühle, Geschichte mit Tags , am Dezember 8, 2008 von Marina`s Woertaworld
Es war einmal eine Frau, die in der lauten, lebhaften Stadt mitten unter Millionen von Menschen lebte. Tag für Tag ging sie morgens aus dem Haus und kam abends zurück. Ihre Schuhe waren mit den Jahren flacher geworden und die Jacken schöner und teurer. Kein Mensch kam jemals an die Wohnungstür, niemand läutete die Klingel, war sie doch den ganzen Tag über nicht zuhause.
weihnachtsbaum

Eines Morgens, als sie eben das Haus verließ, wurde sie auf einen Klang aufmerksam. Ein zartes Stimmchen piepste, ein Lied, das man kaum hören konnte. Sie schüttelte den Kopf und ging weiter. Bald hatte sie den seltsamen Ton vergessen. Am nächsten Morgen machte sie sich wieder auf den Weg zur Arbeit. Eben war der letzte Knopf des Mantels geschlossen, da war er wieder der Ton, dieses Mal ein wenig lauter. Ein leichtes Kopfschütteln und sie bewegte sich schnell Richtung Parkplatz und stieg in ihr Auto. Der Klang war nicht abzuschütteln, irgendwie blieb er im Ohr.

Als sie am nächsten Morgen auf die Straße trat, begann sie sich umzuhören und siehe da, die Melodie war da, der vertraute Klang zauberte ein sanftes Lächeln in ihr Gesicht. So ging das einige Wochen lang und eines Morgens hatte sie die Idee, die Verursacher dieser reizenden Melodie ausfindig zu machen. So sehr sie sich auch bemühte, niemand war zu sehen. Als plötzlich eine Stimme raunte, „Ich bin es, ich, deine Lebenskraft!“ „Was war denn das? Lebenskraft! Blödsinn!“ Dieser Unsinn mußte sofort aufhören.

Einige Tage später, am Tag vor dem langen Weihnachtsurlaub, ging sie während der Mittagspause zum Eislaufplatz im Zentrum der Stadt, nahe dem Büro, in dem sie täglich arbeitete. Sie sah den Schlittschuhläufern zu, die manchmal leichtfüßig und andere wiederum mühselig ihre Runden drehten.
Da war sie wieder die Stimme. „Das ist Lebenskraft, du mußt sie dir nur nehmen, jeden Tag.“ „Aber ich weiß doch nicht wie das geht, antwortete sie. „Einfach nehmen, ja, das ist das Weihnachtsgeheimnis.“ Und sie verschwand die Stimme, war nicht mehr zu hören.

„Wie soll ich mir die Lebenskraft holen“, fragte sie sich selbst und war neugierig geworden. Der Gedanke daran ließ sie nicht mehr los. Am nächsten Tag, es war der Weihnachtsabend, verließ sie weniger zielstrebig das Haus. „Was sollte sie mit den vielen freien Tagen machen?“ Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sie die Melodie im Ohr hören und sich das Bild der Menschen auf dem Eis in Erinnerung rufen konnte. Plötzlich wußte sie, was zu tun war.

Sie kaufte sich ein wenig Lebensfreude, ihr eigenes Weihnachtsgeschenk, weiße Eislaufschuhe mit roten Bändern.

eislaufen1
copyright: Marina de Bon

ein Raum für meine Trauer

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , am November 12, 2008 von Marina`s Woertaworld

Du hast Platz in meinem Leben.
Du gehörst hierher.
Wie das Lachen und die Freude,
seid willkommen,
Trauer, Tränen.

Du bist hier,
hast eine Heimat,
ein Zuhause, hier bei mir.
schickst Zerstreuung fort von hier.
Bist die Sammlung, hier,
bei mir.

trauer

Du gehst fort aus meinem Alltag,
hast ein neues Ziel erkoren.
Wie der Wind der kommt und geht,
kehrst du plötzlich hier zurück.
Bist die Freifrau
du, die Trauer,
respektier ich, ohne Zweifel,
nicht beständig auf der Lauer,
mich zu kränken, das versteh ich.

Du bist immer mir willkommen,
weiß ich, dass du wieder ziehst,
an den Ort, den ich nicht kenne,
dessen Vorgeschmack du gibst.
Meine Trauer, meine Liebe.

copyright: Marina de Bon

die erste von sieben todsünden

Veröffentlicht in Lebenskultur, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , am September 29, 2008 von Marina`s Woertaworld

„Denn wenn einer glaubt,
etwas zu sein,
obschon er nichts ist,
so betrügt er sich selbst“

Etwas sein,
ist schon ganz fein.
doch ist man in der Regel
nicht ganz allein.

Der Stolz hat Geschwister
das ist gemein,
die Hoffart zur Schwester
Überschätzung ist dein.

Absturz und Niedergang
maßlose Pein,
sind Folgen des Stolzes,
so soll es wohl sein.

copyright: Marina de Bon

manchmal würden…

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde mit Tags , , am September 28, 2008 von Marina`s Woertaworld

Manchmal würden Schritte reichen,
um den Weg zu gehen,
manchmal würden Tränen helfen
um das Leid zu sehen,
manchmal würde Lachen siegen
um das Ziel zu kriegen.
Manchmal würden Worte nützen
um das Sein zu schützen,
manchmal würde Lachen nützen
wenn die Tränen reichen,
manchmal würden Worte reichen
wenn das Ziel noch weit ist.
Manchmal würde Liebe siegen,
wenn wir Schritte machen.


fortschritte.
rückschauen.
weiterziehen.
zielen.
gehen.

copyright: Marina de Bon