Eines Morgens erschien eine Elfe in einem süssen Kleid im Raum. Sie stand hilflos da.
Die Menschen im Raum betrachteten sie. Sie drehte sich mehrmals hin und her und blickte schüchtern vor sich hin. Keine unnötige Bewegung störte das Bild, kein Lächeln war auf ihren Lippen. Sie war in diese Welt zurück gekehrt weil Menschen meinten, ihr Leben retten zu müssen.
Estefania kann alles sehen, sie kann hören und wahrscheinlich auch schmecken, fühlen und riechen. Wir wissen es nicht, denn sie kann sich nicht mitteilen. Vor langer langer Zeit lebte sie als Menschenfrau in unserer Welt als eines Tages eine schwere Krankheit ihre Gedanken verwirrte. Man versuchte sie mit allen medizinischen Mitteln in diese Welt zurück zu holen. Es misslang. Sie kehrte als Elfin zurück. Das ist besonders schwierig, denn viele Menschen haben keine Ahnung und wollen auch nichts über Wesen die uns begleiten, wissen. Wesen von Menschen begleiten uns taeglich doch wir können sie nicht immer hören.
Manchmal werde ich über Estefania berichten, nach dem Vollmond, dann kann ich sie verstehen Es sind seltene Minuten und Estefania hat für kurze Zeit ihre Sprache zur Verfügung. Der Vollmond und der Neumond kann unsere Sprache synchronisieren.
Estefania sitzt rechts auf der Bank. Ihre Freundinnen Rosmarina und Fortunatchen kommen zu Besuch ins Feenreich in der Woertaworld. Glücklicherweise haben sie heute Ruhe vor der Brummhummel. Ein garstiger Ignorant, verursacht staendig irgendwelchen Lärm, fliegt wie ein Irrer zwischen die Büsche und bringt alle durcheinander. Wahrscheinlich ist er bei diesem komischen Menschentreffen am Woertersee. Der Autolärm gefällt ihm oder er stört die Feier der Menschen in Mariazell.
„Guten Tag an diesem wunderschoenen Regentag!“
Heute kam überraschend lieber Besuch, der kleine Prinz saß plötzlich am Rand des Lilienteichs.
„Guten Tag, Prinzchen, wir haben dich lange nicht mehr gesehen und schon so vermisst. Wo hast du dich nur herumgetrieben?
„Meine süssen Feen, ich war weit, weit weg. Dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.“
„Hat es dort auch geregnet oder gar geschneit?“
„Das nicht, aber schreckliche Winde treiben ihr Unwesen, die Nordwinde begannen mit den Suedwinden einen furchtbaren Streit und gerieten aneinander. Dabei zerstörten sie alles was nicht niet und nagelfest war.“
„Und dann, was passierte dann?“ bettelten die Feen, er möge doch weiterreden.
„Etwas Schreckliches und wenn ich Euch das erzähle, glaubt ihr es nie.“ Und er begann zu erzählen.
„Bei meiner ersten Reise wurden meine Flügel gebrochen“, meinte der Elfenprinz und drehte ihnen den Rücken zu. Wirklich, unglaublich, ein Elf ohne Flügel, unfassbar.
„Wie ist das geschehen, so erzähl`doch!“ bettelten sie.
„Ich flog über die Welt und kam nach vielen vielen Weltjahren in eine andere Welt. Dort herrschten die Schweine über die Menschen und die Hornissen über die Elfen.
Ein Saustall, das könnt ihr euch vorstellen. Die Schweine fraßen alles was sie rochen oder sehen konnten. Nur hören, das war ihnen versagt.“
„Was machten die Hornissen mit den Elfen?“ fragte Fortunata mit zittrigem Stimmchen.
„Sie töteten sie.“ worauf sie sich schweigsam anblickten.
„Und warum lebst du noch, Elfenprinz?“
„Weil ich den Schweinen das Hören gelehrt hatte. Aus Dankbarkeit durfte ich mich, nachdem die Hornissen bereits meine Flügel gefressen hatten, in ihrem Schweinestall verstecken. Hundert Tage musste ich es aushalten, es war schrecklich. Aber nun bin ich zurück.“
„Oh wie schrecklich, nun bist du ohne Flügel. So wirst du nie eine Prinzessin finden.“ plapperte Estefania gedankenlos dahin.
„Da hast du wohl recht, meine Liebe. Aber vielleicht gibt es einen Zauberspruch. Ich habe da eine Idee.!“ antwortete der Prinz.
„Einen Zauberspruch?“
„Ja wirklich! Meine Rückreise aus dieser schrecklichen Welt war furchtbar schwierig. Ohne Flügel und der Gedanke an zuhause, wie mich mein Elfenvolk empfangen wird. Ein Elfenprinz ohne Flügel, das hatte es noch nie gegeben.“
Uns so ging ich auf Schuster`s Rappen durch die Welt, immer weiter und weiter. Bis ich auf einen alten Mann traf, der mich ansprach.
„He du, komische Figur, was ist los, warum gehst du durch unser Land und wie du aussiehst. Was ist das auf deinem Rücken igitt, igitt, grauslich, diese Höcker!“ Ich war in der Welt der Menschen angelangt.
Ich erzählte ihm die Geschichte und er begann zu lachen. Das war mir so unangenehm. Er prustete drauf los, lachte und sprach:
„Ja weisst du denn nicht, dass jene Menschen, die im Leben habgierig waren, ihr Dasein dort fristen müssen. Sie müssen bleiben, bis sie erkennen, dass sie zuviel haben und zuwenig hören. Sie hören keine Musik. Ihnen entgeht das leise Wort und die bittenden Stimmen der Elfen. Das feine Summen der Spannung, die zarte Melodie der Annäherung, das Zittern des Herzens wenn Nähe und Wärme spürbar ist, all das kennen sie nicht mehr. Sie wollen alles besitzen und haben nichts. Wenn sie das Hören wieder lernen, sind sie gerettet.“
„Ich habe sie gerettet ohne es zu erkennen. Aber was soll ich jetzt tun, damit ich meine Flügel wieder bekomme?“
„Du musst das Zauberwort erfahren. Kehre nach Hause zurueck, ruh dich aus und wenn du Kraft hast, begibst du dich wieder in das Land der Hornissen. Sie haben die Macht, ihr Zorn wird dir das Wort verraten.“
„Aber, wie kann ich ohne fliegen zu können, zurück kehren? Die fressen mich sofort auf.“
„Nicht, wenn du lernst den Aerger, den Zorn, den Unmut und die Wut zu beherrschen, die Ruhe wird dich lehren, vertraue mir, „ und er verschwand, der alte Mann im Menschenland.
„Und nun bin ich hier bei Euch, Estefania, Fortunata und Rosmarina. Ich bin ausgeruht und wo ist mein Plan. Wie kann ich die wütenden Hornissen besänftigen?“
„Dafür gibt es nur eine Lösung“, meint Rosmarina, „aber morgen, heute bin ich schon so müde. Ich werde schlafen gehen.“
Der Elfenprinz blickte ihr traurig nach, denn er wäre am liebsten gleich losgegangen….
Als er am Morgen wach wurde, war er total verwirrt. Er hatte von den gefrässigen Schweinen geträumt, jener Sekunde als sie seine Flügel schnappten und mit wenigen Bissen verzehrten. Es war vorbei, der Alptraum, er musste schnell in den Feengarten und mit Rosmarina sprechen.
Er betrat den Garten, Rosmarina saß bereits auf der Bank hinter dem Hibiskusstrauch und wartete auf ihn.
„Einen schönen guten Morgen, hast du gut geschlafen?“ fragte sie.
„Nein ich träumte schreckliches und vermisse meine Flügel, bitte hilf mir,“ bettelte der Elfenprinz.
„Ja, sagte sie, du musst eine Elfe finden, die dir ihre Flügel schenkt und zurück in die Schweinewelt fliegen. Dort wirst du Ihnen erzählen, dass es ein Land gibt, in dem sie viele nahrhafte Elfen fressen. können. Wenn sie über die Grenze ihrer Welt gehen, werden sie blind sein und nur noch deine Stimme hören. Du kannst sie mit ihrer Habgier locken, sie werden dir folgen.“
„Und dann, was mache ich dann?“
„Das musst du nun selbst lösen.“ meinte Rosmarina, lächelte und gab ihm ihre eigenen Flügel.
„Ich gebe sie dir, gib gut darauf acht. Ich werde hier im Garten auf dich warten. Los schnell und komm bald zurück!“

Der Elfenprinz flog los und erreichte ohne Pause sein Ziel, das Schweineland. Oh weh, was war passiert?
Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass alle Schweine verschwunden waren und eine oede Steinwueste hinterlassen hatten.
Die Landung war unsanft und wie es der Teufel will, verlor er nicht nur seine Ersatzfluegel sondern gleich auch noch den Kopf.

Es gibt bereits ein übles Ende am guten Ende arbeite ich noch!
copyright: Marina de Bon