Archiv für Politik

Wert des Lebens

Veröffentlicht in Gedacht und kommentiert, Gesehen und geschrieben mit Tags , , am Februar 27, 2008 von Marina`s Woertaworld

Vergeben Der Raum spricht zum Menschen, klagt an und vergibt den Schuldigen. Verzeihen und erinnern, ein Ort zum Denken wurde geschaffen. Menschen missbrauchten Räume, vernichteten Menschen. Nicht Systeme töten, Menschen töten, ein Lernort. Das System beginnt die Menschen zu formen. Die neue Form gebraucht neue Worte. Neuen Worten folgen neue Taten. Der Mensch wird System. Wert des Lebens. Hartheim. Schloss. Mord. ja. nein. Leben ist. Hier und Jetzt. Lasst Systeme sterben. Neuen Gedanken folgen neue Werke. Der Mensch beginnt die Systeme zu beherrschen. Im System wird Lernen und Denken systemisch geordnet. Neue Menschen formen und beherrschen menschliche Systeme. ??????????????????????????????????????????????????????????? ?????????????????????????????????????????????????????????????? ??????????????????????????????????????????????????????????????????? copyright Text: Marina de Bon Bild: Lern- und Gedenkort für die Opfer der NS Euthanasie in Schloss Hartheim

Vernunft, die Waage Gottes auf Erden

Veröffentlicht in Gehört und kommentiert mit Tags , am September 18, 2007 von Marina`s Woertaworld

…..eine kurze persönliche Zusammenfassung zur Diskussion in Salzburg, anlaesslich der Salzburger Festspiele in der Aula der Universität…

Im Hintergrund das Bild der Stadt Jerusalem, davor sechs Menschen die ihre Meinung abgeben.
Das Thema ist Vernunft, die Waage Gottes auf Erden, moderiert von Dr. Wolfgang Schüssel.

Dirigent Barenboim meint, dass der Verzicht auf Gewalt nicht funktioniert, jedoch die militärische keine Lösung für das Problem der beiden Staaten sei.
Der palästinensische Bildungsminister (welchen Palestinas?) spricht vom Wunsch seines Volkes nach einem eigenen Land und wird unterstützt vom Großmufti von Bosnien Herzegowina, Slowenien und Serbien. Dieser meint, dass die Staatszugehörigkeit und ein Pass wesentlich für den Menschen wäre. Wobei in der zweiten Runde die materielle Basis des Friedens, der enorme Wohlstand in Israel im Gegensatz zum BNP im Gazagebiet von $ 800,– sehr wohl ein Thema ist.
Menschen im Alltag würden sich keine Gedanken machen ob Glaube oder Vernunft wichtig wären, der Kampf um die tägliche Existenz würden Leben bestimmen.
Hier widerspricht der ehemalige Außenminister Deutschlands Joschka Fischer und sagt, dass die Errichtung eines Gottesstaates auf der einen Seite und die Gründung eines säkularen palästinensichen Staates auf der anderen sehr wohl Themen des Glaubens und der Vernunft wären.
Besonders überraschend war die Aussage der Rabbinerin und Wissenschaftlerin, die den Holocaust als eine auf vernünftigen Entscheidungen basierende Handlung darstellt. Die Vernunft des säkularen Europas sei an Wannsee gescheitert, obwohl diese auf vernünftigen Entscheidungen beruht habe.
Völlig im Gegensatz zum Kardinal PP zuständig für den Dialog der Christen untereinader. Er nennt Holocaust und Genozid als unvernünftig, ansonsten findet er im Dialog zwischen Christen und Juden bereichender Elemente, der Glaube an einen Gott eine Basis zur Verständigung und Frieden. Papst Johannes Paul hätte Vernunft und Glaube als zwei Flügel der Seele bezeichnet, mit einem Flügel wäre Fliegen unmöglich.

Interessant die Aussage des Großmuftis, dass die Geschäftsleute die materiellen Grundlagen bereitstellen könnten, im Gegenzug die drei monotheistischen Religionen die spirituellen Werte im Austausch anbieten würden. Insgesamt wurde vernünftig das Gemeinsame der drei Religionen in den Vordergrund gestellt, die Unterscheidung zwischen Glaube und Vernunft als nicht unüberwindbar und beides als notwendig erachtet. Wobei beide nicht absolut wären, sondern immer mit einem Schuss Skepsis nach Fischer oder Zweifel betrachtet werden müssen.
Aussenministerin Ursula Plassnik plädiert für die Wahlfreiheit, mit oder ohne Religion leben zu dürfen, öffentlich oder nicht öffentlich zu praktizieren und zitiert als für sie wesentlichen Wert die Menschenrechte.

Meiner Meinung nach zurecht wurde die Dualität von Vernunft und Glaube in den Mittelpunkt gestellt, auch Vernunft brauche ein kritisches Korrektiv wie Glaube den Zweifel nötig hat.
Die Angst als schlechter Ratgeber sowie die Macht als Nachtseite der Vernunft wurden im Schlussstatement von Daniel Barenboim sehr klar.
Strength also Stärke habe mit Macht und Gewalt nichts zu tun.
Analog der Musik, die uns lehrt, aufeinander zu hören, zuzustimmen und abzulehnen, sich unterordnen und führen lassen, könne man von der Musik Disziplin und Geduld lernen, Tugenden welche an und für sich als menschliche Ressourcen zum vernünftigen Handeln nötig sind.

Mein Vater hat ein Leben lang am Glauben gezweifelt und Vernunftentscheidungen hinterfragt, ich finde das war gut so. Denn Religion wird von Menschen gemacht und Glaube kann nur in der individuellen Person durch wiederholtes Zweifeln entstehen. Und Vernunft, unter diesem Mantel wurden viele Herzen gemordet.