Archiv für Stereotypen

Denken strengt an

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Lebenskultur mit Tags , , am März 31, 2008 von Marina`s Woertaworld

Perchtenmaske    Perchtenmaske - immer wieder kehre ich zu den Masken zurück.

 Mir gefällt der Ausdruck dieses Gesichts mit den Denkfalten der Anstrengung auf der Stirn. Den Teufel, den Winter und allerlei andere Plagen haben die Perchtenmasken in früheren Zeiten vertrieben. Manche Winter waren endlos lang und aufgrund von Hunger und Kälte für die Menschen in den Alpen lebensgefährlich. Dabei verbogen sich Nasen und Blicke wurden starr.

Heute müssten die Masken auf andere Missstände hinweisen. Zuviel Freizeit und enormer Genuss belastet die Menschen. Die Gesichter wären vielleicht fett und rotgesichtig, manche würden vom Alkohol glasig stieren und Flecken haben. Die Ketten wären vom Handyklingelton abgelöst und die Ruten vom Laserstrahl ersetzt worden. Ansonsten wäre alles beim Alten geblieben. Der Mensch hat sich in seinem Wesen nicht verändert. Er ist ängstlich, stolz, starr, abhängig, krank und unsicher, sobald Ereignisse elementar auftreten.

Das zeigt sich sowohl bei Naturkatastrophen als auch bei plötzlicher Ere Krankheit oder Tod. Je mehr Versicherungen die Gesellschaft abschließt desto unsicherer wird das menschliche Wesen. Am sichersten fühlten sie sich mit einem All-Inklusiv Schutz gegen alles was sich bewegt, Einfluss nimmt oder Schaden verursacht. Eine starre Welt so starr wie der Blick der Maske.

„Denkn strengt on“, murrt sie in neuzeitlichem Perchtendeutsch: „Mensch loss glei amoi lafn!“