Archiv für Tod

Stimmen von Frauen, die längst verstarben

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Lebenskultur, leben mit Tags , , , am August 30, 2008 von Marina`s Woertaworld

stimmen von frauen, die längst verstarben

lautet die Zeile in Georg Trakls Gedicht von den drei Teichen in Hellbrunn. Bei der ersten Begegnung mit diesem Gedicht kam mir eine Abwertung in den Sinn, die ich auch sofort niederschrieb. In einem anderen Zusammenhang erscheint mir gerade diese Zeile voller Zärtlichkeit und Wärme. Diese Stimmen der Vergangenheit sind Erlebnisse, Menschen an die wir im Guten denken und deren Stimmen wir hören.

Bestätigende, erklärende,
warnende, beruhigende,
klärende, korrigierende,
bedauernde, verneinende

und Stimmen,
die wir nie mehr hören werden,
die einzig in unserer Erinnerung lebendig sind.

Nicht immer ist der Tod der die Stimmen von den Lebenden trennt, manchmal ist es nur die Entfernung.

text: Marina de Bon
bild: Ausstellung, Pavillon im Mirabellbark, Kortokraks 2008

Blumen am Grab einer Beziehung

Veröffentlicht in Gedacht und geschrieben, Worte-Woerter-Wortgebilde, leben mit Tags , , am Juli 20, 2008 von Marina`s Woertaworld

Du gibst dir keine Mühe, obwohl es zu spät sein könnte.
Du unternimmst nichts, obwohl deine Tage gezählt sind.
Du hörst nicht zu, obwohl so viel zu sagen wäre.
Du bist unerreichbar, obwohl du noch hier bist.
Was ist das?

Das Jammern und Heulen am Grab einer Beziehung. 
Die Worte hinter dem Zug, der den Bahnhof verlassen hat.
Die Hilflosigkeit einer sich selbst kränkenden Person.
Das Unglück, das keines sein müsste.

Warum ist es so?

Man wollte erwachsen werden;
man wollte sichergehen;
man wollte nicht alleine sein;
man wollte weiter,
die Blumen am Grab dieser Beziehung  pflegen.

copyright: Marina de Bon