stimmen von frauen, die längst verstarben
lautet die Zeile in Georg Trakls Gedicht von den drei Teichen in Hellbrunn. Bei der ersten Begegnung mit diesem Gedicht kam mir eine Abwertung in den Sinn, die ich auch sofort niederschrieb. In einem anderen Zusammenhang erscheint mir gerade diese Zeile voller Zärtlichkeit und Wärme. Diese Stimmen der Vergangenheit sind Erlebnisse, Menschen an die wir im Guten denken und deren Stimmen wir hören.
Bestätigende, erklärende,
warnende, beruhigende,
klärende, korrigierende,
bedauernde, verneinende
und Stimmen,
die wir nie mehr hören werden,
die einzig in unserer Erinnerung lebendig sind.
Nicht immer ist der Tod der die Stimmen von den Lebenden trennt, manchmal ist es nur die Entfernung.
text: Marina de Bon
bild: Ausstellung, Pavillon im Mirabellbark, Kortokraks 2008
